Rock-Marathon am Ring und im Park
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Musik News
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11.06.2008
)
Party ohne Ende, gute Laune und stundenlang Rockmusik: Rund 160 000 Musikfans haben es am Wochenende in der Eifel und in Nürnberg ordentlich krachenlassen.
Bei Deutschlands größtem Musik-Doppelfestival «Rock am Ring und «Rock im Park sorgten Bands wie Die Toten Hosen, Rage Against The Machine und Motörhead für Begeisterungsstürme. Mehr als 90 Bands und Solisten boten alles zwischen klassischem Rock and Roll, Punk, Hip Hop, Gothic und Metal. Dabei stellten jedoch Gewitter die Fans in Nürnberg auf die Probe. Sieben Menschen wurden dort durch Blitzschlag verletzt.
In Nürnberg erwies sich das Konzert der Toten Hosen als Publikumsmagnet. Rund zwei Stunden und mit drei Zugabeblöcken riss die Düsseldorfer Punkrock-Band das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton mit. Nachhaltigen Eindruck hinterließ das sogenannte «Buchenwald-Lied». Darin interpretierte die Band das von Häftlingen komponierte «Lied der Moorsoldaten». Es erinnert an die Qualen in Arbeits- und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Die Toten Hosen machten damit zugleich auf die Vergangenheit des Festivalgeländes aufmerksam. Es war in der Nazi-Zeit Aufmarschgelände der Hitler-Partei.
Viel bejubelt wurde am Freitag in der Eifel die Rückkehr der kalifornischen Crossover-Band Rage Against The Machine. Die Band gab nach Angaben der Marek Lieberberg Konzertagentur bei dem Festival ihr erstes Deutschlandkonzert seit langem. Vor acht Jahren hatte Sänger Zack de la Rocha die Band verlassen, aus «politischen Gründen», wie es hieß. Mit eindringlichen Sirenentönen starteten die Musiker nun ihre Show. Wenig später jubelte und sangen zehntausende Menschen zu Hits wie «Killing In The Name Of» mit.
Außergewöhnlich begann der Auftritt der US-Metal-Band Disturbed. Passend zum Bandnamen (übersetzt: gestört) ließ sich Sänger David Draiman in einer Zwangsjacke auf die Bühne bringen. Nach seiner Entfesselung konnte er ebenso die Massen für sich gewinnen wie die Sängerin der finnischen Metal-Band Nightwish, Anette Olzon. Etwas schüchtern schien dagegen zunächst der britische Indie-Pop-Star Kate Nash, die ihrer Fangemeinde am Ring eher langsam in Fahrt brachte.
Skandalrocker Pete Doherty (Babyshambles) ließ wieder Fans und Veranstalter am Ring warten. Bereits vor zwei Jahren hatte Doherty seinen Auftritt erst mit Verspätung absolviert. Auch jetzt gab der Ex-Geliebte von Topmodel Kate Moss, der wiederholt wegen unerlaubten Drogenbesitzes im Gefängnis saß, seine Show ebenfalls tief in der Nacht. Angeblich hatte Doherty im Stau gestanden.
Auf den Campingplätzen war ebenfalls Party-Stimmung angesagt. Christina Karl (20) und Franky Loaiza (18) waren zum Beispiel mit einer Gruppe von 20 Freunden aus dem Großraum Nürnberg zu Rock im Park gereist. Nass und schmutzig, aber zugleich heiter und friedlich - so beschrieb Franky die Lage in der Zeltstadt. Christina schwärmte von einer spontanen nächtlichen Jamsession. Mit Trommel, Gitarre und gemeinsamen Liedern würden aus Fremden rasch Freunde.
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