Österreichische Mönche in den Pop-Charts
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Musik News
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26.06.2008
)
Die Suche nach ein wenig Spiritualität treibt die Menschen nicht nur in Scharen auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela, ...
...sie lässt auch österreichische Mönche plötzlich Plattenstars werden.
Die Zisterziensermönche vom Kloster Heiligenkreuz nahe Wien lassen mit ihrem Album «Chant - Music For Paradise» selbst gestandene Popstars weit hinter sich. In den britischen Pop-Chats rangiert ihr Album momentan auf Platz 10. In ihrer Heimat belegen sie Platz eins und haben längst Platinstatus erreicht. In den deutschen Klassik-Charts sind die Mönche auf Platz neun eingestiegen, in den Pop-Charts reicht es momentan zu Platz 58.
«Wir sehen uns nicht als Popgruppe, wo dann Fanclubs entstehen», meinte aber Abt Gregor Henckel Donnersmarck nach dem Platten-Deal. Die Plattenfirma Universal hatte in einem internationalen Wettbewerb nach den besten Interpreten von gregorianischen Gesängen gesucht. «Uns haben immer mehr Anfragen nach dieser Musik erreicht», sagt der Leiter der Klassikabteilung von Universal, Dickon Stainer. Durch den Hinweis eines Freundes erfuhr Pater Wallner vom Wettbewerb und schickte am letzten Tag vor Einsendeschluss eine E-Mail mit dem Link zu dem «YouTube»-Video ab. «Wir wussten sofort, dass wir die Richtigen gefunden haben», sagt Stainer. Die Qualität des Gesanges sei unglaublich.
«Als ich die gute Nachricht erhielt, wusste ich zuerst gar nicht, was Universal ist - ich dachte, das ist so eine Art wallisischer Trachtenverein», sagt Pater Karl Wallner. Die Musikproduzenten - die normalerweise mit Künstlern wie Eminem oder Elton John zu tun haben - seien sehr rücksichtsvoll gewesen. Als Aufnahmestudio diente den 17 auf der CD zu hörenden Mönchen die Reliquienkapelle im Stift.
Seit der Gründung von Heiligenkreuz 1133 treffen sich in der Stiftskirche die Zisterzienser fünfmal am Tag zu ihren gregorianischen Gesängen in lateinischer Sprache. «Es ist die älteste Form von geschriebener Musik überhaupt», sagt Stainer. Das hört der Abt jedoch nicht so gern: «Ich bestehe darauf, dass es in erster Linie Gebet und nicht Musik ist.»
Die CD-Einnahmen sollen komplett in die Priesterausbildung fließen, eine Tournee sei sicher nicht mit dem Klosterleben vereinbar. Wer die singenden Mönche dennoch «live» erleben möchte, ist jeden Tag zu den Gebetszeiten in die Klosterkirche eingeladen. «Sollten Groupies entstehen - die sind uns täglich ab 5.15 Uhr in der Abteikirche willkommen», scherzt Pater Wallner.
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