Neil Diamond startet Deutschlandtour
(Musik News - 29.05.2008)

Das Licht geht aus, ein Spot taucht den Herrn im glänzenden, grauen Jackett und seine Gitarre in gleißendes Licht.

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«Been away from you for much too long» («Ich war viel zu lange weg von Euch») singt er und die Massen in der bestuhlten Münchner Olympiahalle jubeln. Rocklegende und Großmeister des Schmusesounds [artist=2909]Neil Diamond[/artist] ist nach neun Jahren zurück in Deutschland und hat all seine großen Hits mitgebracht. «I Am ... I Said» singt er, «Im a Believer» und «Song Sung Blue.» Ausgerechnet bei seinem großen Hit «Sweet Caroline» gibt es Probleme mit dem Ton, doch der 67-Jährige nimmt es gelassen und stimmt den Song ein zweites Mal an.

Auch das Publikum nimmt es gelassen und genießt die Show ohne große Showeffekte. Einzig zum Song «Brooklyn Roads» werden riesige Bilder aus der Kindheit des Sängers und Songschreibers im New Yorker Stadtteil Brooklyn auf die Bühne geworfen. Während der Blütezeit von Flowerpower und Woodstock stets als Sänger des biederen amerikanischen Mittelstandes gehandelt, begeistert Diamond sein Publikum auch heute noch vor allem mit seiner schmachtenden Reibeisenstimme und weniger mit perfektem Entertainment.

«Niemand hat eine Stimme wie Neil Diamond», sagt Paris Daniil. Der 45-jährige Grieche ist eigens aus Athen angereist, um den Musiker aus New York zu sehen. Sein Sohn Nikolas ist aus Schweden eingeflogen. «Nicht Elvis, Neil Diamond ist der wahre King! Ich bin sein Fan, seit ich mit elf Jahren zum ersten Mal ein Lied von ihm gehört habe», sagt Paris Daniil. Nicolas ist genau so begeistert wie sein Vater - hebt mit seinen 20 Jahren den Altersdurchschnitt im Publikum allerdings enorm.

Auch wenn Diamond in die Jahre gekommen ist - und die schwarze Lederjacke gegen ein seidiges Jackett getauscht hat - klingt seine unverkennbare Stimme auch nach mehr als 40 Jahren im Showgeschäft, kraftvoll klingt wie eh und je. Insgesamt 46 Alben hat er veröffentlicht, 125 Millionen Mal wurden sie verkauft. Doch erst mit seinem neuesten Album gelang ihm, worauf er warten musste, seit er 1966 mit «The Feel of Neil Diamond» erstmals in den Charts vertreten war: Im Mai 2008 schaffte «Home Before Dark» es auf Platz eins der US-Albumcharts.

Kurz vor Ende des gut zweistündigen Konzertes mischt sich ein wenig Abschiedsschmerz in die Freude des griechischen Fans. «Es wird wohl das letzte Mal sein, dass ich auf eins seiner Konzerte gehen kann», sagt er mit Blick auf das Alter seines Idols. Ein bisschen wehmütig blickt er dem Mann mit dem grau-melierten Haar nach, als dieser seinen Fans zuwinkt und sich nach drei Zugaben, darunter der Song «Cracklin' Rosie» aus dem Jahr 1970, von der Bühne verabschiedet.

Die deutschen Fans haben im Rahmen der Tournee 2008 noch zwei Gelegenheiten, dem zurückhaltenden Sänger, der einst mit Barbra Streisand im High-School-Chor sang, live zuzuhören. Am 31. Mai steht Neil Diamond in Köln auf der Bühne, am 2. Juni im Hamburg.




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