Im Test: PSP Rhythm 7.1
(Technische News - 21.04.2008)

Rocken mit der PSP

News - Im Test: PSP Rhythm 7.1 - im Musikcenter - Picture1

Portabler geht es wohl nicht: mit PSP Rhythm 7.1 auf einer PSP Livesets zu machen, dürfte die mobilste Variante überhaupt sein. Mit eigenen Samples, einem Sequenzer, Effekten und einem einfachen Synthesizer ist eigentlich alles an Bord.

Übersicht
Die Voraussetzungen sind, von der Hardware aus gesehen, beinahe ideal: Die PSP kommt mit einem ausgereiften haptischen Konzept, ist klein genug für die Hosentasche, aber auch groß genug, um auf dem Bildschirm die wichtigsten Parameter anzuzeigen.
PSP Rhythm ist so genannte Homebrew Software und die Voraussetzung ist eine PSP mit der Firmware 1.0, 1.5, 2.0, 2.5, 2.6, 2.8 oder der Custom Firmware 3.10, empfohlen werden die Firmware 1.0 und 1.5. Bis zu 15 Sounds und eine Spur des Bassline-Synthesizers lassen sich gleichzeitig spielen, wobei es für jeden Sound und den Synthesizer einen eigenen 16-Step-Sequenzer gibt, der nach dem XOX-Prinzip arbeitet.

Samples, Wavesynth & Effekte
Das unterstützte Sampleformat von PSP Rhythm 7.1 ist WAV in 16 Bit. Die Samplerate kann alles zwischen 4000 Hz und 48 kHz sein, wird aber intern auf 44,1 kHz umgerechnet.
Der Bassline-Synthesizer ist ein sehr einfacher, aber effektiver Synthesizer mit Pitch, Cutoff, Resonance, Envelope Mod, Decay und Accent. Klar kann man damit nicht alles spielen, für Standardaufgaben wie Basslines oder Acidartiges reicht er aber aus.
An Effekten gibt es Distortion, Slicer, Delay, Time Stretch und Filter; sie lassen sich auf alle Samples und den Synth anwenden.

Patterns & Songs
Im Pattern Mode hat man die Übersicht über alle Sounds und deren Spuren sowie die Spur des Bassline-Synthesizers. Swing aka Shuffle gibt es für jedes Pattern, die Patterns lassen sich im laufenden Betrieb editieren, was für den Swing allerdings nicht gilt: Dann fängt der Sequenzer kurz an zu stottern. Die Parameter, die sich auf die einzelnen Steps anwenden lassen, sind: Note, Volume, Balance, Start, End, Cutoff, Resonance, Attack, Decay, Key und Pitch Adjust.
Die Songs werden aus den Patterns zusammengesetzt und können maximal eine Länge von 512 Patterns haben. Daraus ergibt sich bei 126 bpm eine maximale Songlänge von ca. 16 Minuten und 20 Sekunden. Allerdings kann auch der Song-Modus nur 15 Samples nutzen, worauf man sich aber ganz gut einstellen kann. Im dem Song-Modus angeschlossenen Mixer lassen sich die einzelnen Sounds in der Lautstärke einstellen oder auch muten.

Export
Die Exportfunktionen sind auch sehr praktisch: Als WAV lassen sich wahlweise alle Spuren einzeln, der Song insgesamt oder ein Pattern exportieren, als MIDI-File nur die Songs. So kann man unterwegs auf der PSP an neuen Tracks arbeiten, die sich dann zu Hause bequem in der DAW weiterbearbeiten lassen.

In Action
PSP Rhythm lässt sich im Livebetrieb sehr komfortabel nutzen und tweaken, allerdings muss nach jedem Song nachgeladen werden, man braucht also eine kurze Pausenmelodie oder nimmt einfach zwei PSPs, zwischen denen man wechselt. Der Sound ist ziemlich gut, was auch für den integrierten Bassline-Synthesizer gilt. Wer die Standardgrafiken nicht mag, kann sie einfach durch eigene ersetzen. Angesichts der angekündigten Version 8, die unter anderem mit WiFi-MIDI ausgestattet werden soll, ein komplett neues GUI bekommt und auch neue Effekte, kann man nur hoffen, dass dann vielleicht auch die Limitierung auf 15 Samples fällt oder eine Möglichkeit integriert wird, im laufenden Betrieb nachzuladen. Dann wäre PSP Rhythm schon sehr nah am perfekten Livetool.

Autor: Benjamin Weiss




zurück?