Im Test: MFB 522
(Technische News - 22.12.2009)

MFB hat mit der MFB 522 einen weiteren Drumcomputer...

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... im ultrahandlichen Format vorgestellt, der im gleichen Gehäuse sitzt wie der MFB 503.

MFB hat mit der MFB 522 einen weiteren Drumcomputer im ultrahandlichen Format vorgestellt, die im gleichen Gehäuse sitzt wie die MFB 503. Anders als diese ist sie von der Klangerzeugung aber deutlich an einen der großen Drummachine-Klassiker angelehnt, der Roland TR-808.

Übersicht
Sage und schreibe 26 Drehregler bevölkern die gerade mal zwei Zigarettenschachteln kleine Oberfläche, was zwar einerseits erfreulich ist, weil man so auf alle klangformenden Parameter direkt Zugriff hat, andererseits aber für Leute mit ein wenig größeren Fingern schon ein Problem darstellt. Insgesamt stehen sieben Instrumente zur Verfügung: Bassdrum, Snare/Rimshot, Clap, Toms/Congas, Cowbell/Claves, Cymbal und HiHat. Die doppelt belegten lassen sich nur alternativ verwenden, Open und Closed HiHat ebenso. Je einen Einzelausgang gibt es für Bassdrum, Snare/Rimshot, Clap und die HiHats, der Rest geht über den Stereoausgang. Ein MIDI-Eingang erlaubt das externe Synchronisieren per MIDI -Clock, die MFB 522 kann aber auch als MIDI-Soundmodul genutzt werden.





Sequenzer
Der Sequenzer kommt mit 72 Speicherplätzen für Patterns (Rhythms genannt), die jeweils ein Fill-In haben und acht für Songs. Das Fill-In kann genauso lang wie das Pattern sein, lässt sich aber nur alternierend einschalten: Entweder werden abwechselnd Pattern und Fill gespielt oder nur das Pattern. Ein Pattern ist maximal 16 Steps lang, kann aber auf jede Stepanzahl von 1-16 Steps eingestellt werden. Die Steps werden mit acht Steptastern bedient, per Shift kommt man auf den zweiten zugewiesenen Step, was umständlicher klingt als es letztlich ist. Drei verschiedene Shuffle-Werte stehen zur Verfügung, die unterschiedlich stark shuffeln und das erstaunlich ähnlich wie bei Acidlabs Miami. Auch einen Accent gibt es, der global auf alle Instrumente wirkt, er kann sowohl negativ als auch positiv wirken: Positiv werden die entsprechenden Steps lauter, negativ leiser. Schließlich ist da noch der einfach gehaltene Song-Modus, mit dem man bis zu 64 Patterns zu einem Song verketten kann.

Sound, Bedienung & Haptik
Der Sound der MFB 522 ist rundherum druckvoll und gut, mit Ausnahme des vielleicht etwas eigenwilligen Rimshots. Auch wenn das Teil schon nach der 808 klingt, ist die Ähnlichkeit lange nicht so groß wie etwa bei Acidlabs Miami. Das macht aber auch nichts, denn so hat die 522 einen eigenen Charakter, der sowohl durchsetzungsfähig ist, als auch viele Qualitäten der 808 mitbringt.
So viel Spaß das Teil auch macht, es ist leider nichts für große Hände, da die Drehregler winzig sind und auch recht nahe beieinander stehen. Hinzu kommt, dass sie zum Teil sehr schwergängig sind, wodurch “mal eben reindrehen” durchaus etwas länger dauern kann. Außerdem sind die Lautstärkeverhältnisse der Instrumente nicht so ausgewogen, so dass ein Master-Volume-Regler auf jeden Fall sinnvoll gewesen wäre. Der einzige große Drehregler dient der Tempoeingabe. Nichtsdestotrotz ist die 522 für alle, die mit feingliedrigen Fingern ausgestattet sind, eine lohnende Investition, denn für den Preis gibt es auf keinen Fall eine annähernd so gute analoge Drummachine mit Sequenzer, die ein wenig 808-Flair mitbringt.

Preis: 280 Euro

Autor: Benjamin Weiss aka Nerk


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