Frauen-Hip-Hop-Festival ~e B*Girlz~ in Berlin
(
Musik News
-
10.08.2008
)
Alice Schwarzer bewundert Frauen im Hip-Hop.
Gerade in diesem Genre wehe den Musikerinnen ein besonders scharfer Wind entgegen, sagte die 65-jährige Frauenrechtlerin bei einer Podiumsdiskussion des Berliner Frauen-Hip-Hop-Festivals «We B*Girlz» in Berlin.
So schwer wie ihr hatten wir es früher nicht», betonte Schwarzer. Zu Beginn der Frauenbewegung hätten die Männer eher erstaunt reagiert. «Hip-Hop ist dagegen eine wirklich harte Männerbranche.»
Schwarzer kritisierte vor allem, dass Frauen im männlich dominierten häufig nur als Sexobjekte eine Rolle spielten. Als Beispiel nannte sie die gewaltverherrlichenden und pornografischen Texte des Berliner Rappers Sido. «Dabei geht es nicht um Sexismus, sondern um Erniedrigung und Macht», sagte sie. Die Texte seien geprägt von «klassischen Foltermethoden». «Wenn die Texte in einem rassistischen Zusammenhang wären, würden sie sofort verboten werden», sagte Schwarzer.
Viele Jugendliche lernten Hip-Hop durch Musiker wie Sido nur noch als frauenverachtend kennen. «Das ist tragisch», betonte Schwarzer. «Wenn ich Musiker wäre, würde ich mich fragen, was ist los mit meiner Musik.» Künstler im Hip-Hop müssten sich deshalb stärker positionieren und kritischer mit Kollegen umgehen, forderte Schwarzer, die auch Herausgeberin der Zeitschrift «Emma» ist.
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