Dreierpack: Fotos, Lichter, Attacke Royal
(Musik News
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22.04.2008)
Blumfeld, Die Sterne und Tocotronic haben es vorgemacht, Kettcar und Tomte sind nachgezogen und bei Bands wie Juli, ...
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...Silbermond und Wir Sind Helden haben schließlich alle mitgemacht.
Pop und Rock mit deutschsprachigen Texten ist inzwischen keine Besonderheit mehr und kann sich mit Produktionen aus dem englischsprachigen Raum in Sachen Qualität und Popularität messen. Zu den neueren Bands, die auf Texte in ihrer eigenen Sprache und Songs zwischen Pop, Rock und Indie setzen, zählen [artist=443928]Lichter[/artist], [artist=386729]Fotos[/artist] und [artist=472504]Attacke Royal[/artist], die alle kürzlich ihre Alben veröffentlichten.
Aus Hamburg, Köln und Wuppertal stammen die Mitglieder von Fotos. Inzwischen ist die Band in Hamburg beheimatet und hat bereits mit dem selbstbetitelten Debüt eine ansehnliche Fangemeinde gewinnen können. Während das Debütalbum mit gefälligen Indiegitarren nach recht üblichem Strickmuster solide daherkam, haben sich Fotos für ihr zweites Album «Nach dem Goldrausch» ein wenig umfassender im Stilvorrat der Popgeschichte umgeschaut. Fotos wagen sich auf «Nach dem Goldrausch» in poppige Gefilde, sogar ein bisschen Phoenix-Sound schwingt mit in einigen der neuen Stücke.
Die neue Stärke der Hamburger liegt darin, ihre Songs klar und simpel zu halten. Fotos geben sich auf «Nach dem Goldrausch» insofern clever, dass sie nie versuchen, zu viele Ideen in einem einzelnen Stück unterzubringen und zudem auf die üblichen Stilvorlagen aus Großbritannien pfeifen, die auf dem Debütalbum noch eine tragende Rolle spielten. Zwischen gefälligem und leicht vertracktem Pop changiert das zweite Album der Hamburger. Tanzbar ist das alles und manchmal sogar auf eine dezente Art und Weise funky.
Weit abseits des jugendlichen Gitarrenrocks, wie er hierzulande im Indiebereich lange Zeit den Standard darstellte, bewegt sich die Band Lichter. Lichter haben gerade ihr erstes und selbstbetiteltes Album beim Label Loob Musik veröffentlicht, auf dem auch die Bands Klez.E und Delbi beheimatet sind. Stilistisch passen Lichter hervorragend in das Sound-Universum von Loob Musik. Zu hören gibt es auf «Lichter» feinen Indiepop der introvertierten und sorgfältig ausgeklügelten Sorte.
Lichter lassen poetische Texte auf filigrane Songstrukturen treffen. Ein bisschen düster geht es thematisch auf dem ersten Album der Band zu, deren Mitglieder inzwischen in verschiedenen deutschen Städten leben. Langweilig wird es mit Lichter nicht so schnell, denn durch das gesamte Album zieht sich eine emotionale Ambivalenz zwischen kultivierter Schwermut und spielerischer Unbeschwertheit, die immer wieder neue Höreindrücke bereithält. Für ein Debütalbum klingt die Platte von Lichter ausgesprochen reif und vor allem im Vergleich zum gängigen deutschsprachigen Pop markant und frisch.
Handfester als ihre Kollegen von Fotos und Lichter lieben es die fünf Mitglieder von Attacke Royal. Selbst bezeichnet die Band ihren Sound als Großstadtrock. Die in Berlin ansässigen Musiker setzen auf emotional angetriebenen Gitarrenrock, der auf erprobte Rockmuster setzt. Insgesamt erinnert vieles auf Attacke Royals erstem Album «Ausverkauft» an Selig. Als Extra lassen die Berliner hinter ihren Gitarrenwänden die Orgel wummern und verlassen sich textlich auf die Durchschlagkraft griffiger Slogans.
Fotos, Lichter und Attacke Royal illustrieren mit ihren Alben, wie differenziert und vielfältig deutschsprachiger Pop und Rock inzwischen klingen. Zwischen tanzbar, feingeistig und aufgebracht ist in diesem Dreierpack alles dabei.
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