Die Furys zelebrieren ihre Abschiedstour
(Musik News
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31.03.2008)
Eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands feiert ihren 20. Geburtstag - und nimmt zugleich wehmütig Abschied von den Fans.
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Irgendwie passt das gut zu Fury in the Slaughterhouse große Gefühle waren schon immer die Spezialität der Rocker aus Hannover.
Anfang der 90er Jahre erspielte sich das Sextett eine beachtliche Fangemeinde von Flensburg bis Ulm. Bei unzähligen 30- bis 40-Jährigen dürfte heute noch eine Fury-Scheibe im Regal stehen. Seit Freitag läuft nun ihre Jubiläums- und Abschiedstour mit knapp 30 Konzerten, zudem gibt es eine neue Raritäten-CD inklusive DVD aller Videoclips.
Noch einmal bäumt sich also der schwarze Mustang auf, bevor er in den Schlachthof geführt wird. «Wir haben als Freunde angefangen und wollen auch als Freunde enden», begründet Frontmann Kai Wingenfelder (48) die Bandauflösung. Unterschiedliche musikalische Entwicklungen der Mitglieder («alles kreative Klotzköpfe») hätten ein weiteres Studioalbum unmöglich gemacht.
Live klappt es noch, aber die Vorstellung, irgendwann auf Oldie- Festivals «rumzujodeln», gruselt Kai: «Ich möchte nicht wie Mick Jagger mit 64 auf der Bühne herumhampeln, als wäre ich 22 und versuchen, auch noch so auszusehen. Ich werde immer meinen dicken Bauch haben, weil ich unheimlich gerne esse, und die Haare sind echt schon weg.»
Ihre Ehrlichkeit hat sie von Beginn an sympathisch gemacht. Das waren keine gestylten Schönlinge, sondern echte Kerle, die ihre Musik lebten. Die Anzahl der Kuscheltiere oder BHs, die auf der Bühne landeten, war meist überschaubar. Die Furys waren eben nicht «Tokio Hotel» der 90er, sondern Gitarrenrocker, die auch Jungs und Leute über 20 cool fanden. Und irgendwann selbst die Amerikaner. Mit dem Album «Mono» (1993) gelang der Durchbruch in den USA. Dort hätten sie inklusive Strech-Limo jedes Rockstar-Klischee ausleben können, berichtet Kai. Ein Magazin in Los Angeles feierte sie gar als «beste irische Band seit U2».
Der Fury-Sound kam an. Warum so viele darauf abfuhren, kann Thorsten Wingenfelder nicht genau sagen: «Es war die Chemie: Kais markante Stimme und auch dieses eigentümliche Zusammenspiel der beiden Gitarren, die sich zwischen Stones und U2 irgendwo 'ne Nische gesucht haben, und natürlich ein sehr emotionales Songwriting.»
Fury-Lieder eignen sich für den Soundtrack des eigenen Lebens. Das sei so extrem bei einigen Songs, dass zu ihnen Leute zu Grabe getragen werden, sagt der sechs Jahre jüngere Bruder des Leadsängers. «Won't forget these days» war die sentimentale Hymne für die Abi- Party und dürfte ebenso wie «Time to wonder» als Hit Bestand haben.
Von der Musik werden alle sechs in Zukunft nicht lassen können. Schon in der Vergangenheit waren sie mit Soloprojekten unterwegs, etwa Christof Stein-Schneider mit «Wohnraumhelden». Aber was geschieht direkt nach dem finalen Konzert am 30. August in Hannover, dem Ort, wo alles begann? Kai sagt: «Da wird erst mal geheult und danach wird ganz viel Flüssigkeit wieder reingetan, um es auszugleichen.»
Lässig mit dem Pferd nach Hause reiten wird am Schluss allerdings keiner. Der Bandname entstand nicht aus Pferdeliebe oder Hass auf den schwarzen Hengst aus der Fernsehserie, sondern aus einer «vollbetrunkenen Laune» heraus, wie Kai erzählt. Immerhin schlug «Fury in the Slaugtherhouse» die Alternativen «Bibo und der Schlotterklaus» und «Boomer beißt Franz-Josef Strauß».
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