Chris de Burgh plant Konzert im Iran
(Musik News - 29.05.2008)

Der Klerus im Iran ist definitiv kein Freund von Musik, erst recht nicht von westlicher Musik, ...

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...die als Verschwörung des Westens für «kulturelle Invasion» im Land abgestempelt wird.

Daher wird der Plan der Musikfirma Taraneh Scharghi (Orientalische Melodie), ein Live-Konzert des irischen Sängers [artist=2159]Chris de Burgh[/artist] in Teheran zu veranstalten, auch als «Mission Impossible» eingestuft.

Für Taraneh Scharghi Manager Mohsen Radschabpur ist jedoch schon die Reise de Burghs nach Teheran ein erster Erfolg. Der Sänger und sein Manager haben in der iranischen Hauptstadt Teheran die technischen Einrichtungen der möglichen Austragungsorte überprüft und sie als geeignet bezeichnet. Aber wichtiger ist die obligatorische Erlaubnis der Hardliner im Ministerium für islamische Kultur und Führung (Kultusministerium). Falls sie kommen sollte, wäre es ein Novum in der Gesichte der Islamischen Republik.

«Es war seit meiner Kindheit ein Traum in den Iran zu kommen - und heute bin ich endlich da», sagte de Burgh in Teheran. Der Ire ist äußerst populär im Iran und dies ist auch der Hauptgrund, warum ausgerechnet er der erste westliche Sänger sein soll, der seit der islamischen Revolution von 1979 ein Live-Konzert geben könnte. «Ich fühle mich sehr geschmeichelt über die vielen Fans hier und hoffe, dass es mit dem Konzert klappen wird», sagte de Burgh.

Das Konzert soll im Oktober oder November in Teheran stattfinden, und de Burgh begleiten wird die iranische Musikgruppe Arian, mit der er auch den Titel «The Words I Love You» aufgenommen hat. «Ich versuche alles Mögliche, die Erlaubnis für das Konzert zu erhalten, und bin zuversichtlich, dass ich es schaffen werde», sagte Radschabpur. «Wir sind derzeit in einer delikaten Phase der Verhandlungen», fügte de Burgh hinzu.

Schon der Gedanke, dass de Burgh im schiitischen Gottesstaat Iran seinen Hit «Lady in Red» vortragen und Zehntausende von iranischen Jugendlichen, einschließlich verschleierte Mädchen, dazu tanzen würden, wird von vielen als Utopie angesehen. Andererseits aber glauben Beobachter, dass die iranische Führung grünes Licht für das Konzert geben könnte, um das notorische Bild des Landes im Ausland - Atomprogramm oder anti-israelische Hasstiraden von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad - aufzupolieren.

«Wir sind ja politisch nicht naiv, aber ich bin ein Humanist und ein gewöhnlicher Typ, der lediglich für gewöhnliche Menschen singen will», rechtfertigte de Burgh sein mögliches Konzert im Iran. Er nahm keine Stellung zum politischen System im Iran, erklärte jedoch, seine Fans seien keine Anhänger des Klerus.

Über die finanzielle Seite wollte de Burgh keinen Kommentar geben. Er war sich jedoch bewusst, dass im Iran zwar Millionen seiner Alben kursieren, er daran aber wegen eines fehlenden Urheberrechtsgesetztes kaum etwas verdienen kann. Die Alben werden als Raubkopien auf dem Schwarzmarkt für 70 Cent verkauft. Trotzdem versprach de Burgh seinen iranischen Fans ein exklusives Stück - Titel: «Iranische Nächte».




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