90 000 Fans feiern U2 zum Auftakt der Welttour
(Musik News - 02.07.2009)

Geradliniger Rock 'n' Roll, ein paar politische Botschaften ...

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...und eine gehörige Portion Gigantismus: In einer mit beispiellosem Aufwand inszenierten Show hat die irische Rockband U2 zum Auftakt ihrer Welttournee 90 000 Fans in Barcelona begeistert.

Das Quartett um den Sänger Bono trat im Camp-Nou-Stadion, Europas größter Fußballarena, auf einer Bühnenkonstruktion auf, die mit ihren riesigen Stelzen teils einer Raumstation und teils einer überdimensionalen Spinne ähnelte. Allein wegen des gigantischen Szenarios, das die Hälfte des Fußballfeldes einnahm, wird die «360- Grad-Tour» in Erinnerung bleiben.

Die runde, von allen Seiten einsehbare Bühne gab der Tournee auch ihren Namen. Die Konzertreise wird Bono, den Gitarristen The Edge, den Bassisten Adam Clayton und Schlagzeuger Larry Mullen Jr. durch 14 Staaten in Europa und Nordamerika führen. In Deutschland stehen zwei Open-Air-Konzerte auf dem Programm, am 18. Juli in Berlin und am 3. August in Gelsenkirchen. U2 versteht es wie keine andere Band, Stadien zu füllen. In Barcelona waren die Eintrittskarten in der Rekordzeit von 54 Minuten verkauft worden, so dass für diesen Donnerstag ein zweites Konzert angesetzt wurde.

Ihren Auftritt am Dienstagabend eröffnete die Gruppe mit neuen Stücken wie «Breathe», «No Line On The Horizon» oder «Get On Your Boots». Damit wollte das Quartett gleich klarstellen, es sich nicht als «Dinosaurier» der Rockmusik versteht. U2 war vor über 30 Jahren von vier Schulfreunden in Dublin gegründet worden und spielt seither in unveränderter Besetzung. Die großen Hits der 80er Jahre wie der Blues-Song «I Still Haven't Found» oder die Ballade «With Or Without You» hoben die Musiker sich für den zweiten Teil des Konzerts auf.

«Hallo Barcelona, Hauptstadt des Surrealismus!» Mit diesen Worten begrüßte Bono das Publikum. Dabei unterlief dem Frontmann allerdings ein kleiner Schnitzer. Barcelona gilt als die Stadt des Architekten Antoni Gaudí, und der hat mit dem Surrealismus nichts zu tun, sondern wird dem Modernismus und Jugendstil zugerechnet.

Das Lied «Angel of Harlem» widmete die Gruppe dem kürzlich gestorbenen Popstar Michael Jackson. Auch die eine oder andere politische Botschaft durfte nicht fehlen, denn U2 versteht sich als eine politische Gruppe, die sich für die Umwelt und die Menschenrechte einsetzt. Ein Teil der Einnahmen soll dem Kampf gegen Aids in Afrika zugutekommen. Während des Konzerts wurde über Video eine Grußbotschaft des südafrikanischen Erzbischofs und Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu eingespielt.

Die Fans waren von dem gut zweistündigen Konzert grenzenlos begeistert. Die spanischen Presse hatte am Tournee-Auftakt dagegen einiges auszusetzen. «Es fehlte an Fantasie, und so bekam man den Eindruck, dass das Talent sich ganz auf die Technik der Bühnenkonstruktion beschränkte», meinte die Zeitung «El País». Das Konkurrenzblatt «El Mundo» befand: «Der Megalomane Bono hat musikalisch wenig Neues zu bieten. Die Tournee ist etwas für die Fans. Sie wird der Gruppe aber keine neuen Anhänger bringen.»




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